Köln,
27
Dezember
2017
|
11:00
Europe/Amsterdam

Spitzenforschung in Niederaußem: Innovatives CO2-Abtrennverfahren bereit für den weltweiten Einsatz

Kooperationsprojekt von BASF, Linde und RWE Power erfolgreich abgeschlossen | Neu entwickelter Prozess ist hocheffizient und umweltfreundlich

Ermöglicht Tests unter realistischen Bedingungen: die CO2-Pilotwäsche am Braunkohlenkraftwerksblock in Niederaußem (Foto: RWE)Innovation für den Klimaschutz: Forscher von BASF, Linde und RWE Power haben am Innovationszentrum Kohle in Niederaußem eines der weltweit führenden CO2-Abtrennungsverfahren für Kraftwerke entscheidend weiter entwickelt und die Voraussetzungen für den großtechnischen Einsatz geschaffen.

Das im Rahmen eines Kooperationsprojekts entwickelte Verfahren, das BASF unter der Marke OASE® blue international vermarktet, benötigt 30 Prozent weniger Energie und 75 Prozent weniger Waschmittel als bisherige Technologien, um hochreines Kohlendioxid aus Rauchgas abzutrennen. Dadurch wird die CO2-Wäsche deutlich effizienter und umweltfreundlicher.

Mit diesem Erfolg endet die dritte und letzte Phase des 2007 im Innovationzentrum Kohle in Niederaußem gestarteten CO2-Pilotwäsche-Projektes. Entwickler der drei Unternehmen haben den CO2-Abtrennprozess so optimiert, dass dabei Kohlendioxid besonders effektiv aus Rauchgas abgeschieden wird. Dadurch können CO2-Wäschen zum Beispiel in Kraftwerken oder Industrieanlagen platzsparend und kostengünstig gebaut werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat das Gesamtprojekt mit rund zehn Millionen Euro gefördert.

Das Innovationszentrum Kohle der RWE Power hat sich mit seiner Forschungsinfrastruktur im Projektverlauf als Testplattform für Spitzenforschung bewährt. Da die CO2-Pilotwäsche der RWE Power direkt an den Braunkohlenkraftwerksblock mit optimierter Anlagentechnik (BoA) in Niederaußem angeschlossen ist, konnte die Verfahrenstechnik im Dauerbetrieb erprobt werden - bei jeder Witterung, wechselnden Lastzuständen und unterschiedlichen Rauchgaseigen-schaften. Mit einer Testzeit von mehr als 55.000 Stunden wurde weltweit kein anderes CO2-Abtrennverfahren der neuesten Generation derart intensiv und praxisnah erprobt.

Prof. Dr. Reinhold Elsen, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung bei RWE Power: „Laut Studien der internationalen Energieagentur sind die globalen Klimaschutzziele technisch und wirtschaftlich nur durch den Einsatz der CO2-Abtrennung und –Speicherung bzw. -Nutzung zu erreichen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit von RWE Power mit dem Waschmittel- und Prozessentwickler BASF und dem Gase- und Engineeringunternehmen Linde hat hierfür einen wichtigen Baustein geliefert. Unser Innovationszentrum Kohle in Niederaußem spielte dabei eine zentrale Rolle.“

Eine kostengünstige CO2-Abtrennung ist auch der Schlüssel für Technologien, die die wirtschaftliche Nutzung von Kohlendioxid als Rohstoff für die Herstellung von emissionsarmen Treibstoffen und Ausgangsstoffen für die Industrie möglich machen. RWE Power treibt die Entwicklung auf diesem Forschungsgebiet voran und wird als nächstes hierzu in Niederaußem eine Demonstrationsanlage errichten, die emissionsarmen Dieselersatztreibstoff aus dem abgetrennten CO2, Wasser und Strom – auch bekannt als „e-fuel“ – erzeugen wird.

Parallel entwickelt Linde Engineering gemeinsam mit BASF in einer vom BMWi geförderten Entwicklungskooperation ein Verfahren, mit dem CO-reiches Synthesegas energieeffizient auf Basis von Erdgas und CO2 hergestellt wird. Hierdurch kann der Energiebedarf einer Produktionsanlage gesenkt und der Carbon Footprint reduziert werden.